|
Hamburg (ots) - Der ehemalige Grundwehrdienstleistende, dem im Juli 2006 in der Rendsburger Feldwebel-Schmid-Kaserne befohlen wurde, am Maschinengewehr an Afroamerikaner in der Bronx zu denken und beim Feuern "Motherfucker" zu brüllen, hat sich zum ersten Mal zu dem Vorfall geäußert. Er habe unbedacht gehandelt und nicht über den Befehl nachgedacht, so der 21-Jährige M. gegenüber stern.de, das Online-Magazin der Hamburger Zeitschrift stern. "Ich habe den Wortlaut schon mitbekommen. Doch habe ich in dem Moment nicht darüber nachgedacht, was der Ausbilder da eigentlich gesagt hat." Er habe beim Feuern keinesfalls Afroamerikaner als Ziel im Sinn gehabt. Auch der verantwortliche Ausbilder, ein Offiziersanwärter, der mittlerweile entlassen wurde, habe unbedacht gehandelt und habe seine Karriere selber zerstört, sagte M. Aber der 21-Jährige verteidigte seinen ehemaligen Vorgesetzten: "Diese Szene wurde völlig falsch interpretiert. Ich glaube, dass der Ausbilder den Befehl nicht ernsthaft gemeint hat", sagte M. "Er war ein guter Ausbilder und war in meinen Augen nicht rechtsradikal veranlagt." Das Video, das eine Schießübung in einer schleswig-holsteinischen Kaserne zeigt, war der Bundeswehr seit Januar bekannt. Der betreffende Ausbilder, ein Offiziersanwärter Anfang 20, wurde am Dienstag dieser Woche von der Bundeswehr fristlos entlassen.
|