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LVZ: Wehrbeauftragter Robbe im Interview

Leipzig (ots) - Reinhold Robbe (SPD), Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, erwartet, dass sich nach der alarmierenden Studie des Bundeswehrverbandes der Verteidigungsminister, die Bundeskanzlerin und das Parlament mehr um die Soldaten kümmern. "Die Umfrage muss uns alle betroffen machen, mich als Wehrbeauftragten genauso wie den Verteidigungsminister, die Bundeskanzlerin und das deutsche Parlament", sagte Robbe in einem Interview der Leipziger Volkszeitung. Alle, die in der Politik Verantwortung tragen, müssten erkennen: Die Bundeswehrsoldaten seien nicht zufrieden und hätten das Gefühl, allein gelassen zu werden. Daran müsse sich etwas ändern, fordert Robbe. Seine ganz große Hoffnung sei, "dass wir nicht morgen schon wieder zur Tagesordnung übergehen, sondern dass sich etwas tut und konkret der Bundeswehr mehr Geld zur Verfügung gestellt wird".

Reinhold Robbe (SPD)
Reinhold Robbe (SPD)
Die 250 000 Soldatinnen und Soldaten, die ihre Gesundheit, ihr Leben aufs Spiel setzten, hätten einen Anspruch darauf, dass sie bekommen, was sie für die Erfüllung ihrer Aufträge brauchen, mahnt der Wehrbeauftragte. Sonst stelle sich die Frage, ob die Bundeswehr die vielen Einsätze noch bewältigen könne. "Man muss entweder der Truppe mehr Geld geben oder bei den Aufträgen Abstriche machen", mahnt der Wehrbeauftragte.

Das große Ausmaß der Unzufriedenheit der Soldaten komme für ihn nicht überraschend, sagt Reinhold Robbe der Zeitung. Vieles davon habe er schon bei seinen zahlreichen Gesprächen mit den Soldaten erfahren. Diese Studie sei aber außerordentlich hilfreich, weil sie viele Missstände untermauere, die er bereits in seinem aktuellen Jahresbericht festgestellt habe. Das betreffe die Ausstattung und auch die Unterbringung, etwa den schlechten Zustand der Kasernen in den alten Bundesländern. Die Unterfinanzierung der Bundeswehr habe zu großen Problemen geführt.

Verbessert werden müsse dringend die finanzielle Situation der Soldaten. Zwei Drittel der Bundeswehrangehörigen zählten zu den untersten Einkommensgruppen, erinnert Robbe.

Die Soldaten seien nicht nur mit der politischen, sondern auch mit der militärischen Führung unzufrieden, unterstreicht Robbe. In seinen Gesprächen mit Soldaten, bei denen keine Vorgesetzten dabei waren, konnte er auch eine Unzufriedenheit mit der militärischen Führung heraushören. "Die Soldaten unterscheiden das nicht groß, sondern erwarten zu Recht von den Verantwortungsträgern, ob politisch oder militärisch, dass sie ein offenes Ohr für die Sorgen haben."

 
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