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Autor Thema: Einberufungsplanung und Vorbenachrichtigung, Student, Möglichkeit Zurückstellen?  (Gelesen 2220 mal)
Chris-Hur
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« Antworten #15 am: 15. November 2010, 22:03:45 »

Hmm das hört sich jetzt für mich an, dass ich auf heißen Kohlen sitze.
Inwiefern sieht es denn mit meinen Chancen aus wirklich den Dienst antreten zu müssen? Ich meine, die Aussage, dass ich wahrscheinlich nicht infrage käme, beruhigt mich leider nur zum Teil, da ich dann meinen Hausstand auflösen muss etc.
Aber warum schicken die Behörden diesen Quatsch auch jetzt erst raus. Ich persönlich halte das für eine absolute Frechheit.
Aber vielen Dank für die schnelle Hilfe!!!
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student.aix.2010
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« Antworten #16 am: 17. November 2010, 17:11:05 »

Guten Tag zusammen.
Ich habe ein ähnliches Problem.
Ich studiere im Moment im ersten Semester in Aachen.
Ich habe auch jetzt soweit Post vom Kreiswehrersatzamt bekommen.
In verschiedenen Schreiben wir einerseits erklärt, dass ich erst am ende des Semester 1.4.2011 eingezogen werde dann schon wieder am 1.1.2011 da ich Widerspruch gegen diese Schreiben eingelegt habe.

Egal welcher von den zwei Terminen wäre ein Disaster.
Ich habe soweit auch Probleme mit dem Finanziellen und auch meine Studienzeit wäre belastet.

Letzters zu erst, ich studiere in einem sehr kleinen Studiengang an der RWTH Aachen, dieser Studiengang zeichnet sich daher aus, dass er viele Bereiche der Technik und der Naturwissenschaften abdeckt, daher auch nicht der leichteste. Egal wann ich aus dem Studium gerissen werde, ich müsste mehr oder weniger wieder von vorne Anfangen, da ich 1. den Stoff teilweise verlieren würde 2. immer nur im Sommersemester das 2.Semester beginnen kann, es gibt keine Möglichkeit im September/Oktober weiter zu studieren (Rechnerisch 1.4 + 6 Monate = 1.10) und somit nochmals 6monate warten müsste.

Zu diesem Zeitlichen Problem kommt noch dazu, dass in Aachen die Wohnungssuche sehr schwer ist, in Aachen studieren sehr viele und daher sind die Wohnungen auch sehr knapp, ich hab mir in diesem Jahr ca. 30 WGs in einer Woche angeschaut und eigentlich nur Absagen bekmmen. Nächstes Jahr kommt dann ebenfalls ein 2. Abiturjahrgang aus Bayern dazu, das heist, dass mehr Abiturienten nach Aachen wechseln werden, da Aachen laut verschiedener Zeitschriften mit München zu den Top Unis in Deutschland gehört.

Desweiteren Plagen mich auch Finanzielle Sorgen. Ich hab für dieses Jahr schon die Studiengebühren von über 700 überwiesen. 500 Euro sind davon tatsächliche Studiengebühren + ca 200 Euro für das NRW-Ticket und verschiedene andere Dienste der Universität. Neben diesen Kosten hab ich auch einige Möbel in Aachen und ich weis nicht wie ich sie finanziell gesehen nach Bayern bringen soll, der Weg beträgt über 500 Kilometer. Zusätzlich kommt auch wieder die Kündigungsfrist dazu. Ein weiteres Problem ist, dass ich die Studiengebühren von wieder 700Euro im Januar überweisen muss, um fürs nächste Semester immatrikuliert zu werden. Ich bin mir nicht sicher wie viel ich von dem Geld wieder bekomme, bzw wie die Fristen gesetzt sind, aber selbst das Auslegen eines solchen Betrags würde mir große Schwirigkeiten bringen.

Ich muss sagen ich bin im Moment sehr enttäuscht von der ganzen Situation. Dazu müsst ihr noch kurz wissen, dass ich nicht nur ein mal gemustert worden bin, sondern mehrmals, bzw einmal im Kreiswehrersatzamt war, bei mehrern Ärzten und am Ende laut Kreiswehrsatzamt wegen finanziellen Schwirigkeiten vom Gesundheitsamt in meiner Stadt.
Ich hatte im September 2009 einen schweren Unfall mit dem Mountainbike und hab mir das Schlüsselbein gebrochen, außerdem wegen aktivem Volleyball spielen Probleme mit der Hüfte und den Knien. Dazu kam eine heftige Nagelbettentzündung am großen Zeh. Am Ende wurden auch meine Allergien so schlimm, dass ich mich einem Test unterzogen habe, nach dem Test sahen meine Unterarme aus wie die Alpen und die Rockymountains zu gleich.

Das Ergebnis war das ich einen Musterungsbescheit bekam in dem wörtlich drinsteht: "Nach dem Ergebnis der Musterung am 14.07.2010 sind Sie wehrdienstfähig, und zwar verwendungsfähig mit Einschränkungen für bestimmte Tätigkeiten" Im beigelegten Zettel steht nur, dass ich kein Pilot und kein Taucher werden darf und das die Einberufung im Winter empfohlen wird.

Ich weis das das Kreiswehrersatzamt auch nur eine Behörde ist, die nach vorgegebenen Schritten arbeitet, aber das ist doch eigentlich Volksverarschung. Ein guter Freund von mir Spielt aktiv Fußball, das heist er trainiert 4mal pro Woche + Spiele an Samstag und Sonntag, er hat angegeben, dass er Probleme mit den Knien hat und wurde als T4 ausgemustert. Ich habe selbst diese Probleme und auch weitere und werde jetzt auch noch aus dem Studium gerissen.

Mir fällt im Moment nichts mehr ein. Ein Bekannter hat sich für mich eingesetzt, aber ebenfalls nichts erreichen können.
Das schlimme ist die Ungewissheit, bis jetzt habe ich ja noch keinen Einberufungstermin bekommen, also einen Brief in dem steht, dass ich mich zum 1.1.2011 in der und der Kaserne melden muss. Ich habe aber übers Internet herausgefunden, dass sie mich durch diese Inkenntnissetzung 3 Tage vor Einberufung spätestens benachrichten müssen.

Kann mir jemand hierbei helfen?
Ich würde gerne weiterhin studieren und ich denke ich bin auch nicht geeignet für den Bund, auch Zivildienst würde mir nicht helfen,sondern meine finanziellen Reserven aufbrauchen.


lg student.aix.2010
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svennie
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« Antworten #17 am: 17. November 2010, 17:28:02 »

Hmm das hört sich jetzt für mich an, dass ich auf heißen Kohlen sitze.

Wie tausende andere jedes Quartal auch.

Inwiefern sieht es denn mit meinen Chancen aus wirklich den Dienst antreten zu müssen?

Ich würde die Wahrscheinlichkeit als eher gering ansehen, nur musst du jetzt tätig werden und dich mit dem KWEA in Verbindung setzen.

Ich meine, die Aussage, dass ich wahrscheinlich nicht infrage käme, beruhigt mich leider nur zum Teil, da ich dann meinen Hausstand auflösen muss etc.

Dazu zwingt dich niemand. Es stellt sich allein die Frage, inwieweit die zuständige Unterhaltssicherungsbehörde Mietbeihilfe zahlen muss.

Aber warum schicken die Behörden diesen Quatsch auch jetzt erst raus.

Die Behörde hätte auch ein halbes Jahr vorher 5.000 Vorbenachrichtungen verschicken können. Die Leute hätten dann ein halbes Jahr Zeit um Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sie nicht einberufen werden können.
 
Ich persönlich halte das für eine absolute Frechheit.

Erzähl das deinem Bundestagsabgeordneten. Und das meine ich jetzt nicht irgendwie ironisch.
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svennie
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« Antworten #18 am: 17. November 2010, 17:45:32 »

Eine ganze Menge Probleme mit dem Studium, der Wohnungssuche etc.

Ich muss sagen ich bin im Moment sehr enttäuscht von der ganzen Situation.

Ich kann die Entäuschung durchaus nachvollziehen, nur bist du halt mit dem Problem nicht allein.

Dazu müsst ihr noch kurz wissen, dass ich nicht nur ein mal gemustert worden bin, sondern mehrmals, bzw einmal im Kreiswehrersatzamt war, bei mehrern Ärzten und am Ende laut Kreiswehrsatzamt wegen finanziellen Schwirigkeiten vom Gesundheitsamt in meiner Stadt.

Können wir uns darauf einigen, dass es sich um eine Musterung gehandelt hat, oder gab es tatsächlich nacheinander mehrere unterschiedliche Musterungsergebnisse?

Das Ergebnis war das ich einen Musterungsbescheit bekam in dem wörtlich drinsteht: "Nach dem Ergebnis der Musterung am 14.07.2010 sind Sie wehrdienstfähig, und zwar verwendungsfähig mit Einschränkungen für bestimmte Tätigkeiten" Im beigelegten Zettel steht nur, dass ich kein Pilot und kein Taucher werden darf und das die Einberufung im Winter empfohlen wird.

Und genau da hast du versäumt, Widerspruch einzulegen.

Entweder bist du von Januar bis Dezember wehrdienstfähig oder du bist es nicht. Eine bessere Steilvorlage für eine falsche Entscheidung hätte man dir eigentlich kaum liefern können.

Ich weis das das Kreiswehrersatzamt auch nur eine Behörde ist, die nach vorgegebenen Schritten arbeitet, aber das ist doch eigentlich Volksverarschung.

Und du hast mitgespielt. Du hast auf deine Rechte verzichtet, auf das Verfahren Einfluss zu nehmen.

Ein guter Freund von mir Spielt aktiv Fußball, das heist er trainiert 4mal pro Woche + Spiele an Samstag und Sonntag, er hat angegeben, dass er Probleme mit den Knien hat

Da ist doch offensichtlich, dass er wie fast alle Leistungssportler den Anforderungen des Grundwehrdienstes nicht gewachsen ist. Seine Bänder sind regelrecht im Arsch, er nimmt sicherlich diverse Medikamente um schmerzfrei spielen zu können bzw. das Adrenalin sorgt dafür, dass das klappt. Gesund im eigentlichen Sinne ist er aber damit nicht, auch wenn es für den Laien so aussehen mag.

und wurde als T4 ausgemustert.

Tut mir leid, der Nebensatz ergibt keinen Sinn. Nicht mal, dass ein T4 ein Transporter von VW ist und kein Tauglichkeitsgrad. Das was hier gemeint ist (nämlich die - hier unpassende - bundeswehrinterne Bezeichnung für vorübergehende Verwendungsunfähigkeit) führt nicht zur Ausmusterung.

Ich habe selbst diese Probleme und auch weitere und werde jetzt auch noch aus dem Studium gerissen.

Dir hat man das womöglich nicht geglaubt und womöglich hat man dich zu Ärzten geschickt, die gut von Gutachten für die Bundeswehr leben können. Womöglich hast du selbst noch ein Attest vorgelegt, dass inhaltlich etwas anderes aussagt, als du vielleicht gedacht hast.

Mir fällt im Moment nichts mehr ein. Ein Bekannter hat sich für mich eingesetzt, aber ebenfalls nichts erreichen können.

Eingesetzt?

Mit Bitte Bitte wirst du nichts erreichen können, sondern mit knallharten Fakten. Was steht in den Gesundheitsunterlagen des KWEA? Du weißt es nicht, ich weiß es nicht, du könntest es aber wissen, wenn du rechtzeitig Akteneinsicht beantragt hättest und Widerspruch eingelegt hättest.
 
Kann mir jemand hierbei helfen?

Nun du solletst schleunigst dem KWEA mitteilen, dass du durch eien Heranziehung aus dem laufenden Vorlesungen heraus einberufen würdest und eine Zurückstellung, hilfsweise eine Nichtheranziehungszuage beantragen.

Ich würde gerne weiterhin studieren und ich denke ich bin auch nicht geeignet für den Bund,

Genau das hättest du dem KWEA zum gegebenen Zeitpunkt vielleicht mitteilen sollen. Stichwort Widerspruch gegen den Musterungsbescheid.

Du brauchst dich doch nicht zu wundern, dass so halt einfach irgendwann eine Einberufung kommen kann.

auch Zivildienst würde mir nicht helfen,sondern meine finanziellen Reserven aufbrauchen.

Ob nun Grundwehrdienst oder Zivildienst, die gesetzlichen Voraussetzungen sind die gleichen, über den Zivildienst wirst du dein Problem ohnehin nicht lösen können, allenfalls über einen taktisch zum richtigen Zeitpunkt gestellten Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer. Den würde ich mir allerdings aufsparen und erstmal die Zurückstellung bzw. die Nichtheranziehung als Lösungsweg wählen. Und wenn die Ankündigung der Heranziehung erstmal weg ist, dann solltest du dein Tauglichkeitsproblem mal angehen, wenn nicht ohnehin die Aussetzung der Wehrpflicht dazwischenkommt.
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student.aix.2010
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« Antworten #19 am: 17. November 2010, 18:55:41 »

Hallo svennie,
dass ich bei der Misere mit selbst Schuld bin, ist mir klar.
Aber was wäre eine Lösung?
Es könnte im einfachsten Fall immer noch Passieren, dass ich gar nicht einberufen werde. Das wäre ja das schönste für mich.

Ein anderer Gedanke war, dass ich meinen Sozialdienst hier in Aachen mache, das bedeutet zwar das es richtig stressig wird, da ich nebenher gerne studieren würde. Ich hab kein Fach in dem Anwesenheitspflicht besteht. Aber welche Termine muss ich beachten?
Wenn ich einberufen werde, kann ich danach noch immer verweigern? Muss ich dann sofort in eine Kaserne oder darf ich dann erst noch in Aachen bleiben? Wie ist das mit dem Verweigerungsschreiben, weil wenn ich jetzt verweigere, muss ich ja sicher den Sozialdienst antreten und so könnte ich ja noch immer Glück haben.

Welchen Tipp könntest du mir geben?

lg student.aix.2010


P.S. Tut mir leid das ich die Fachausdrücke nicht richtig verwenden kann.
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svennie
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« Antworten #20 am: 17. November 2010, 19:53:19 »

Aber was wäre eine Lösung?

Eine Lösung wäre die von mir angesprochene:

Antrag auf Zurückstellung wegen einer besonderen Härte, hilfsweise auf Zusage, dass nicht aus den laufenden Vorlesungen heraus einebrufen wird.

Es könnte im einfachsten Fall immer noch Passieren, dass ich gar nicht einberufen werde. Das wäre ja das schönste für mich.

Und wie lange willst du zittern? Was machst du, wenn der worst case eintritt?

Ein anderer Gedanke war, dass ich meinen Sozialdienst hier in Aachen mache,

Nein, du könntest Zivildienst leisten. Sozialdienst ist etwas ganz anderes.

das bedeutet zwar das es richtig stressig wird, da ich nebenher gerne studieren würde.

Das kannst du schon mal vergessen. Mal abgesehen davon, dass du dazu eine Genehmigung des Bundesamtes für den Zivildienst brauchst (die du nicht bekommen wirst, weil dein Studium vom Charakter her ein Vollzeitstudium ist).

Ich hab kein Fach in dem Anwesenheitspflicht besteht.

Aber eine Menge Stress,w enn Klausuren geschrieben werden.

Aber welche Termine muss ich beachten?
Wenn ich einberufen werde, kann ich danach noch immer verweigern?

Natürlich kannst du das, wer sollte dich daran hindern?

Muss ich dann sofort in eine Kaserne oder darf ich dann erst noch in Aachen bleiben?

Wann du in die Kaerne musst, kannst du deinem Einberufungsbescheid entnehmen. Und der gilt erstmal bis zu deiner Entlassung.

Wie ist das mit dem Verweigerungsschreiben, weil wenn ich jetzt verweigere, muss ich ja sicher den Sozialdienst antreten und so könnte ich ja noch immer Glück haben.

Der Sozialdienst der Bundeswehr hilft dir gern (nicht wirklich) in schwierigen Lebenlagen. Ob und wann du zum Zivildienst herangezogen wirst, kann dir nicht mal meine Glaskugel sagen. Nur so viel: Das Thema Kriegsdienstverweigerung ist im Moment für dich nicht von Interesse.

Welchen Tipp könntest du mir geben?

Ich geb dir gern nochmal den Tipp, es mit dem oben genantnen Antrag zu versuchen.
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arbeitstier
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« Antworten #21 am: 1. Dezember 2010, 20:35:38 »

hallo,

ich habe heute exakt das selbe Schreiben bekommen. Das ganze kommt mir schon ein bisschen vor wie das letzte Zucken vor dem Untergang...
Oder gibt es dieses Schreiben vor jedem Quartalbeginn?

Da ich bereits in einem dualen Studiengang bin, werde ich mich auf das Gesetz
http://www.kostenlose-urteile.de/BVerwG-Keine-Zurueckstellung-vom-Wehrdienst-vor-Aufnahme-des-dualen-Bildungsgangs.news10437.htm berufen und hoffen dass die mich dann endlich in Ruhe lassen...

Grüße Arbeitstier
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