User

Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Suche

Werbung



Forum aktuell



Statistik

16.584 Beiträge in 3.301 Themen
von 9.390 Mitglieder
Neuestes Mitglied: johnbor58

Werbung



Seiten: [1]
Drucken
Autor Thema: zu Guttenbergs absurde Ideen  (Gelesen 656 mal)
svennie
Hero Member
*****
Beiträge: 6.271


Profil anzeigen
« am: 16. Dezember 2010, 20:46:39 »

Ganz frisch ist die lange überfällige Entscheidung, die Wehrpflicht endlich auszusetzen. Und jetzt sickern die ersten Informationen zum Wehrrechtsänderungsgesetz 2011 durch:

Männer werde - wie gehabt - weiter erfasst, jedoch nicht mehr gemustert.

Neu ist, das Frauen ebenfalls Post bekommen und gefragt werden sollen, ob sie Interesse daran haben, freiwillig Wehrdienst zu leisten. So kann man die gute alte Post auch unterstützen ...

Ich kann mir kaum vorstellen, dass dieses Werbeangebot auf viel Gegenliebe und Resonanz stößt, allenfalls auf eine Menge zurecht verärgerter Frauen.
Gespeichert
franzl
Jr. Member
**
Beiträge: 91


Profil anzeigen
« Antworten #1 am: 16. Dezember 2010, 21:40:19 »

Gleichberechtigung...oder? Smiley
Gespeichert
svennie
Hero Member
*****
Beiträge: 6.271


Profil anzeigen
« Antworten #2 am: 16. Dezember 2010, 22:45:28 »

Gleichberechtigung...oder? Smiley

Bei eiener Zeitung die darüber berichtete lautete ein Kommentar sinngemäß wie folgt:

Wenn wir schon nicht genügend Jungs haben, die an den Hindukusch wollen, dann verheizen wir eben gleich die Frauen im gebährfähigen Alter.

Man muss doch mal ganz offen sagen, dass nur wenige Frauen an einem Dienst in der Bundeswehr ernsthaft interessiert sind. Selbst die Frau, die dieses Recht eingeklagt hatte, wollte dann doch nicht mehr.

Wäre ich eine Frau, dann würde ich mich durch einen solchen Brief belästigt fühlen. Die Krönung soll noch eine Regelung sein, wonach die persönlichen Daten aller Frauen für ein Jahr bei der Bundeswehr gespeichert werden sollen und vor Ablauf der Jahresfrist nur auf ausdrücklichen Wunsch gelöscht werden. Und das ganze ohne das Grundgesetz zu ändern oder sich mal ein ganz kleines bißchen über den Datenschutz gedanken zu machen.

Aber das passt ja ins Bild. Die ersten Beamten der Wehrverwaltung fangen ja schon ganz kräftig an zu jammern:

http://blog.musterungsforum.de/2010/12/die-angst-geht-um-im-kreiswehrersatzamt-meppen/
Gespeichert
alexis
Jr. Member
**
Beiträge: 99


Profil anzeigen
« Antworten #3 am: 17. Dezember 2010, 00:19:21 »

Wäre ich eine Frau, dann würde ich mich durch einen solchen Brief belästigt fühlen. Die Krönung soll noch eine Regelung sein, wonach die persönlichen Daten aller Frauen für ein Jahr bei der Bundeswehr gespeichert werden sollen und vor Ablauf der Jahresfrist nur auf ausdrücklichen Wunsch gelöscht werden. Und das ganze ohne das Grundgesetz zu ändern oder sich mal ein ganz kleines bißchen über den Datenschutz gedanken zu machen.

Svennie - auch viele Männer fühlen sich heute durch Musterungen und Zwangsidenst (mehr als) belästigt. Da kann in dem verstaubten Grundgesetz stehen was will : ich glaube nicht dass Artikel 12a GG heute noch in Bezug auf Gleichberechtigung und Gleichbehandlung von Männern und Frauen einer inhaltlichen Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht standhalten würde. Und wenn doch : wie in einigen anderen Beispielen der jüngsten Vergangenheit könnte der europäische Gerichtshof dann antiquierte deutsche Rollenverständnisse schnell "kassieren".

Auch ich finde diese Massnahme (Brief an alle Frauen) für eher lächerlich. Das ist eine ganz kleine Minderheit von Frauen die sich für sowas überhaupt interessiert.

Aber : schauen wir mal nach Frankreich : nach Aussetzung der Wehrpflicht (vor ca. 10 Jahren)  hat unser Nachbar eine eintägige Pflichtveranstaltung für junge Männer UND Frauen eingeführt  :  da stellen Leute aus dem Militär Aufgaben  und Karrierechancen in der Armee vor. Ohne Nachweis des Besuchs einer solchen Veranstaltung kann sich z.B. kein Franzose/Französin an einer französischen Universität immatrikulieren.

In Sachen Gleichberechtigung /Gleichbehandlung ist uns unser NAchbar nicht nur hier einiges voraus.


Aber das passt ja ins Bild. Die ersten Beamten der Wehrverwaltung fangen ja schon ganz kräftig an zu jammern:

http://blog.musterungsforum.de/2010/12/die-angst-geht-um-im-kreiswehrersatzamt-meppen/

Unfassbar  - wohin werden die wohl umgebettet ? Was anderes als "umbetten" fällt einem da wirklich nicht mehr ein ...
Gespeichert
svennie
Hero Member
*****
Beiträge: 6.271


Profil anzeigen
« Antworten #4 am: 17. Dezember 2010, 02:05:59 »

Svennie - auch viele Männer fühlen sich heute durch Musterungen und Zwangsidenst (mehr als) belästigt.

Natürlich. Niemand bestreitet das.

Da kann in dem verstaubten Grundgesetz stehen was will : ich glaube nicht dass Artikel 12a GG heute noch in Bezug auf Gleichberechtigung und Gleichbehandlung von Männern und Frauen einer inhaltlichen Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht standhalten würde.

Doch, das hält einer inhaltlichen Überprüfung stand.

Und wenn doch : wie in einigen anderen Beispielen der jüngsten Vergangenheit könnte der europäische Gerichtshof dann antiquierte deutsche Rollenverständnisse schnell "kassieren".

Nein, auf welcher Grundlage denn?

Es ist nunmal so, dass Männer und Frauen anatomisch nicht gleich sind.

Es ist allerdings auch so, dass ein Eingriff - wie die Wehrpflicht - auf das absolute Mindestmaß zu begrenzen ist. In den letzten knapp 20 Jahren hatten wir eine Wehrpflicht als Selbstzweck. Wehrpflicht der Wehrpflicht willen, das war unzumutbar. Dies hat das Bundesverfassungsgericht leider nicht so gesehen.

Grundsätzlich ist aber eine Wehrpflicht für den Fall eines Angriffs von außen, der nur mit einem großen Heer bekämpft werden könnte, durchaus vertretbar. Nur ist eben gerade dieser Fall aus mehreren Gründen ausgeschlossen. Der Angriff kommt nicht (von wem denn?) und ein großes Heer braucht man auch nicht mehr (selbst für Angriffskriege nicht) sondern relativ wenige gut ausgebildete und trainierte Spezialisten die dafür angemessen besoldet werden. Gammeldienst für 1,50 Euro die Stunde und Grundausbildung auf Niveau des Volkssturms braucht niemand. Beides ist für einen von Partnern umgebenen Sozialstaat wie es die Bundesrepublik ist vollkommen unvertretbar.

Es hätten sich weitaus weniger Menschen beschwert, wenn die Besoldung bei Wehr- und Zivildienst auch nur halbwegs angemessen wäre und die Tätigkeit auch nur ansatzweise sinnvoll wäre. Also nicht Däumchen drehen oder schikaniert werden im Grundwehrdienst oder jemandem durch den Zivildienst den Arbeitsplatz wegnehmen.

Wenn eine tatsächliche Notwendigkeit bestünde in der Bundeswehr Dienstposten zu besetzen und andere geeignete Maßnahmen (angemessener Sold etc.) nicht zu einer Verbesserung der Lage führen, dann wäre eine Wehrpflicht in meinen Augen grundsätzlich vertretbar. Die für die Wehrpflichtigen eintretenden Nachteile sind aber - anders als bislang - auch angemessen auszugleichen.

Auch ich finde diese Massnahme (Brief an alle Frauen) für eher lächerlich.

In der Tat. Aber es wäre in der Tat interessant zu wissen, wie diese Briefe formuliert sind. Sicher nicht, wie meine Ladung zur Musterung.

Aber : schauen wir mal nach Frankreich

Man muss aber auch sagen, dass die Armee in Frankreich einen ganz anderen Stellenwert hat.

Mich persönlich hat es beispielsweise angewidert, einen Einberufungsbescheid zu bekommen dem ich entnehmen konnte, dass die Kaserne nach einem faschistischen Kriegsverbrecher benannt war. Dazu das Wissen, dass der Sold geringer ist als Sozialleistungen der Grundsicherung. Der Tag fing damals also schon richtig scheiße an.

Der erwähnte eintägige Einführungsveranstaltung in Frankreich dagegen hätte ich halt auf einer Arschbacke abgessen und gut ist. Wenn dann vielleicht noch ein vernünftiges Jobangebot gekommen wäre, dann hätte ich vielleicht sogar mal drüber nachgedacht. Aber so wie sich die Wehrbehörden in Deutschland aufgeführt haben, da muss man sich doch nicht wundern, dass da niemand mitspielen möchte.

Erst das vollkommen lächerliche Musterungsverfahren, vollkommen beschränkte Argumente in diversen Widerspruchsverfahren und dann eine Kaserne mit lauter baufälligen Gebäuden in denen das pure Chaos herrschte. Einfach nur abstoßend.

Unfassbar  - wohin werden die wohl umgebettet ? Was anderes als "umbetten" fällt einem da wirklich nicht mehr ein ...

Vielleicht erfindet man einfach ein neues Amt - wie beim Bundesamt für den Zivildienst. Da hat man ja sogar wie diese unnützen Zivildienstschulen eine neue Verwendung gefunden.

Und ansonsten hält man es einfach mit dem Leiter des KWEA Wesel. Der will einfach weiter machen. Zur Not werden halt Zeit- und Berufssoldaten ärztlich untersucht:

http://blog.musterungsforum.de/2010/09/kwea-chef-aus-wesel-ich-bleibe-auch-ohne-wehrpflicht/

Bei der Privatisierung von Post und Telekom hat man ja viele Beamte zu den Arbeitsagenturen umgesetzt. Den richtigen Ton haben die Leute schon drauf, ich denke, dort könnte man sie auf lange Sicht unterbringen.
Gespeichert
svennie
Hero Member
*****
Beiträge: 6.271


Profil anzeigen
« Antworten #5 am: 19. Dezember 2010, 22:39:26 »

Unfassbar  - wohin werden die wohl umgebettet ? Was anderes als "umbetten" fällt einem da wirklich nicht mehr ein ...

Vielleicht erleidet der eine oder andere Beamte dort auch durch den Empfang einer Email einen Dienstunfall.
Gespeichert
alexis
Jr. Member
**
Beiträge: 99


Profil anzeigen
« Antworten #6 am: 20. Dezember 2010, 07:00:16 »

Unfassbar  - wohin werden die wohl umgebettet ? Was anderes als "umbetten" fällt einem da wirklich nicht mehr ein ...

Vielleicht erleidet der eine oder andere Beamte dort auch durch den Empfang einer Email einen Dienstunfall.

Svennie, bitte das MAIL "forwarden" - auf solch einen Dienstunfall warte ich schon lange. Aber da ich kein Beamter bin wird es wohl auch nicht klappen. Aber sage mal einer Beamte haben keine Phantasie - wenn es ums Abseilen geht sind die unschlagbar.
Gespeichert
Seiten: [1]
Drucken

Gehe zu:  




Welt der Links - Ranking freizeit
Ranking-Hits