Was ist ein Musterungswiderspruch, wie kann ich damit Zeit gewinnen und wann muss ich ihn wo einreichen?
Es gibt keinen "Musterungswiderspruch". Gegen den Musterungsbescheid kann Widerspruch eingelegt werden und zwar beim Kreiswehrersatzamt. Der Widerspruch hat aufschiebende Wirkung.
Überall steht was anderes von wegen mit welchem Alter die Einberufungs-Grenze erreicht ist. An seinem 23. Geburtstag ist der Drops gelutscht oder nicht?
Das kommt darauf an. Geregelt ist das in
§ 5 Wehrpflichtgesetz.
Sollte ich für meinen Musterungstermin alle möglichen Atteste von Ärzten holen, oder bringt das eigentlich nix da ich ja nur unter "kleinen" gesundheitlichen Problemen leide?
Es macht keinen Sinn für alles mögliche und unmögliche irgendwelche (womöglich kostenpflichtigen) Atteste zu besorgen. Probleme mit den Augen wird man z.B. ohnehin beim Sehtest feststellen.
Es kommt vielmehr darauf an, das KWEA spätestens im Widerspruchsverfahren dazu zu bringen, tatsächliche Feststellungen über die Frage der Belastbarkeit für den Wehrdienst zu treffen.
Welche punkte sind bei der Musterung noch essenziell wichtig damit man eher zu den 50% gehört die nicht einberufen werden?
Auch das kommt auf die näheren Umstände an. Mit einem möglichst späten Musterungstermin und einem Widerspruchsverfahren lässt sich durchaus viel Zeit gewinnen. Mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht im Übrigen auch, diese hat aber nur im Zusammenhang mit einem KDV-Erstantrag der vor einer Einberufung gestellt wird aufschriebende Wirkung (genauer gesagt hat dann der KDV-Antrag die Wirkung, dass bis zur Entscheidung über die Klage nicht einberufen werden kann).