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Autor Thema: Zivildienststelle wechseln / KDV zurückziehen  (Gelesen 1700 mal)
l_rammon
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« am: 2. September 2010, 15:47:51 »

Hallo,

ich hab gestern (1.09.10) meinen Zivildienst aufgenommen und direkt gemerkt, dass ich das einfach nicht durchstehen kann.
Ich hätte vorher niemals gedacht, dass es mir direkt solche Probleme bereitet mit Alten und Pflegebedürftigen Menschen zu arbeiten. Aber anscheinend habe ich wirklich kein Händchen für Arbeit mit Dementen und Schwerbehinderten.

Deshalb meine Frage: Wie komme ich von dieser Stelle schnellstmöglich weg?

Ist es mir möglich eine neue Zivildienststelle zu suchen? Wie sieht das Verfahren dabei aus?

Als letzte Möglichkeit bliebe ja noch, den KDV-Antrag zurückzunehmen. ("Hiermit erkläre ich, dass ich den Kriegsdienst mit der Waffe nicht mehr aus Gewissensgründen verweigere.")
Dann wäre ich ja in ca. 1-2 Wochen aus dem Zivildienst raus.
Aber wie sieht es zum momentanen Zeitpunkt mit der Einberufung zur Bundeswehr aus? Ist es wahrscheinlich, als einer der letzten (4. Quartal 10) einberufen zu werden? Ist die Wahrscheinlichkeit als "Zivil-Flüchtling" gar höher?

lg
Rolf
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svennie
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Beiträge: 6.272


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« Antworten #1 am: 2. September 2010, 16:00:51 »

Deshalb meine Frage: Wie komme ich von dieser Stelle schnellstmöglich weg?

Ist es mir möglich eine neue Zivildienststelle zu suchen? Wie sieht das Verfahren dabei aus?

Da solltest du den zuständigen Regionalbetreuer ansprechen. Einfach wird es nicht, möglich ist es aber. Du müsstest eine Dienststelle finden, die dich für die Restdienstzeit haben möchte.

Als letzte Möglichkeit bliebe ja noch, den KDV-Antrag zurückzunehmen. ("Hiermit erkläre ich, dass ich den Kriegsdienst mit der Waffe nicht mehr aus Gewissensgründen verweigere.")

Du kannst nichts "zurücknehmen" du kannst auf die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer verzichten: "Ich verzichte auf die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer, die Gründe, die zur Anerkennung geführt haben, bestehen nicht mehr."

Dann wäre ich ja in ca. 1-2 Wochen aus dem Zivildienst raus.
Aber wie sieht es zum momentanen Zeitpunkt mit der Einberufung zur Bundeswehr aus? Ist es wahrscheinlich, als einer der letzten (4. Quartal 10) einberufen zu werden?

Nein, das ist sogar ausgeschlossen.

Ist die Wahrscheinlichkeit als "Zivil-Flüchtling" gar höher?

Früher war sie sicher höher, jetzt nicht mehr. Ich würd einfach al behaupten, wenn du 3 Monate durchhältst und dann verzichtest, dann passiert sehr wahrscheinlich nichts mehr. Und wenn du ernsthafte Probleme mit dem Umfeld im Dienst hast, dann erzähl das deinem Arzt, er kann dir helfen.
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l_rammon
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« Antworten #2 am: 2. September 2010, 16:07:41 »

Hi,
danke schonmal für die Antworten.

Es ist also definitiv ausgeschlossen, dass ich zum 1.10.10 zur Bundeswehr einberufen werden würde?
Soll heißen: Frühenstens der 1.01.11 wäre Einberufung, und bis dahin ist der Wehrdienst dann ja vielleicht nur noch freiwillig.

Sollte ich zum Arzt gehen, und der bescheinigt mir psychische Probleme, könnte ich das dann für einen Grund anführen die Stelle wechseln zu wollen?
Aber bezüglich des Wechsels werde ich wohl mal mit meinem Zuständigen beim BAZ reden.
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svennie
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« Antworten #3 am: 3. September 2010, 01:19:59 »

Es ist also definitiv ausgeschlossen, dass ich zum 1.10.10 zur Bundeswehr einberufen werden würde?

Ja, das KWEA könnte die Ladungsfrist zum Dienstantritt (4 Wochen) nicht mehr einhalten.

Soll heißen: Frühenstens der 1.01.11 wäre Einberufung, und bis dahin ist der Wehrdienst dann ja vielleicht nur noch freiwillig.

Es wird darüber nachgedacht, die Wehrpflicht ab Mitte 2011 auszusetzen.

Sollte ich zum Arzt gehen, und der bescheinigt mir psychische Probleme, könnte ich das dann für einen Grund anführen die Stelle wechseln zu wollen?

Nein, ich dachte da eher an Dienstunfähigkeit.
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waynesworld
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« Antworten #4 am: 15. September 2010, 11:07:27 »

Hey Rolf,
habe exakt das selbe Problem xD
bin seit 1. September im Zivildienst und es ist einfach nur Mist. Jetzt stehe ich, genau wie du, zwischen 2 Stühlen:
Zivildienststelle wechseln oder auf die Annerkennung des KDV verzichten. Ich habe mich jetzt schon über eine Woche mit der Suche nach einer neuen Zivistelle beschäftigt und ich muss sagen es ist sehr schwierig, entweder die Stellen sind noch bis nächstes Jahr besetzt, die Zivistelle ist mega weit weg oder es ist nur noch was in der Pflege frei (was definitiv nichts für mich ist). Zudem weiß ich auch nicht wie lange es dauert bis der Antrag auf Versetzung durch ist, geschweige denn ob er genehmigt wird. Aber ich denke ich hätte gute Chancen, dass der Antrag durchkommt, da mir das Gesundheitsamt eine psychische Belastung attestiert hat (Schlafstörung, etc.) und auch von meinem Hausarzt werde ich ein Attest darüber bekommen. Das einzige was mir noch Sorgen macht, ist, dass ich nicht weiß ob mein Chef dem Antrag auf Versetzung zustimmt (muss er ja, oder?).
Was würdet ihr mir denn Empfehlen?

Vielen Dank schonmal

Gruß
Wayne

Ps. Rolf: Das Verfahren zum Versetzungsantrag ist eigentlich "einfach", du musst halt nen Antrag schreiben in dem du begründest warum du die Zivistelle wechseln möchstest, ggf. Atteste beifügen und dann über deine Dienststelle an das BAZ schicken lassen. Meines Wissens geht es schneller wenn du dir selber ne Stelle suchst und dies im Antrag vermerkst bzw. das BAZ darüber informierst. Wenn du selber keine Stelle findest, sucht das BAZ eine für dich, Nachteile:
kein Einfluss auf Tatigkeitsfeld, Ort und es dauert länger.
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waynesworld
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« Antworten #5 am: 15. September 2010, 11:11:07 »

habe noch ne kurze Frage:
was wäre wenn ich in den Antrag schreibe, dass diese psychische Belastung daraus ensteht, dass ich mit alten Menschen nicht arbeiten kann oder ist dass zu grotesk?
Aber mal angenomme, ich würde dass schreiben, dann könnten die mich doch nicht mehr in die Altenpflege stecken oder?

so jetzt bin ich fertig xD
Gruß
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svennie
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« Antworten #6 am: 15. September 2010, 11:51:27 »

habe noch ne kurze Frage:
was wäre wenn ich in den Antrag schreibe, dass diese psychische Belastung daraus ensteht, dass ich mit alten Menschen nicht arbeiten kann oder ist dass zu grotesk?

Ich halte das nicht einmal für sehr grotesk, denn es wird ja sicherlich der Wahrheit entsprechen.

Aber mal angenomme, ich würde dass schreiben, dann könnten die mich doch nicht mehr in die Altenpflege stecken oder?

Einen entsprechenden Verwendungsausschluss gibt es eher nicht aber wenn die gleichen Gründe in der neuen Dienststelle wieder auftreten würden, dann könntest du sicherlich Rechtsmittel gegen die Versetzungsentscheidung einlegen.

... Aber ich denke ich hätte gute Chancen, dass der Antrag durchkommt, da mir das Gesundheitsamt eine psychische Belastung attestiert hat (Schlafstörung, etc.) und auch von meinem Hausarzt werde ich ein Attest darüber bekommen.

Du siehst das Attest als Nachweis dafür an, dass du mit der Tätigkeit in der Dienststelle nicht klarkommst und durch eine weitere Ausübung der Tätigkeit erkranken würdest? Dann wären das besondere persönliche Gründe, die grundsätzlich eine Versetzung rechtfertigen.

Das einzige was mir noch Sorgen macht, ist, dass ich nicht weiß ob mein Chef dem Antrag auf Versetzung zustimmt (muss er ja, oder?).
Was würdet ihr mir denn Empfehlen?

Ggf. solltest du mit deinem Chef darüber reden, dass du einen Versetzungsantrag stellen wirst. Es entscheidet aber das Bundesamt, nicht dein Vorgesetzter in der Dienststelle.
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