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Neuestes Mitglied: inteftfoulley

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Autor Thema: Mehr Ärztinnen als Ärzte bei der Musterung?  (Gelesen 4975 mal)
schaller90
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« am: 13. Dezember 2008, 20:03:27 »

Mal ne andere Frage.

Der Musterungsarzt bei mir war weiblich, die Bekannten von mir wurden bei der Musterung auch fast alle von Frauen untersucht. Irgendwie scheinen bei Musterungsärzten und deren Tipsen die Frauen in der Überzahl zu sein. Ich überleg mir ob das einfach daran liegen kann das diese Tätigkeit "natürlicherweise" für Frauen wesentlich attraktiver ist als für Männer?
Aus arzt-fachlicher Sicht dürfte das ja ein eher uninteressanter Beruf sein, direkt mit Medizin hat man ja kaum zu tun, und das betreuen von Patienten, das man "einen Dienst am Menschen" macht und auch das Ergebniss der Arbeit sehen kann fällt ja auch unter den Tisch.
Aber man bekommt halt jeden Tag neue junge Männer nackt zum begutachten vorgesetzt. Für einen Arzt wohl nur nerfige Routine, für eine Ärztin (bei aller Profesionallität) doch ein immer wieder gerne gesehener Anblick.
Bitte nicht falsch verstehen, ich behaupte nicht das die Frauen nur da sind um den Jungs irgendwas abschauen zu können, die machen ihre Arbeit nüchtern und sachlich mit der nötigen Distanz, und mit "Spannerinteressen" haben die auch nichts zu tun.
Aber trotzdem kann es ja sein das das untersuchen von (normalerweise) gesunden jungen Männern einfach für Frauen interessanter ist.
Das wollt ich hier nochmal in die Runde werfen, bin gespannt was da so kommt.
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svennie
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Beiträge: 6.272


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« Antworten #1 am: 13. Dezember 2008, 20:18:00 »

Das wollt ich hier nochmal in die Runde werfen, bin gespannt was da so kommt.

Ich denke, das ist ganz einfach zu erklären:

Es dürfte sich zumeist um Teilzeitstellen (20 oder 30 Wochenstunden, regelmäßige Arbeitszeit) und das Arbeitsumfeld ist deutlich angenehmer als in Krankenhäusern, wo eben fast nur Kranke und Verletzte sind, Schichtarbeit und Bereitscvhaftsdienste der Normalfall sind. Andere (berufliche) Alternativen haben diese Ärztinnen in aller Regel kaum, sie haben keine Facharztausbildung, müssen Familie und Beruf unter einen Hut bringen, also fällt eine eigene Praxis in aller Regel als Option aus. Davon abgesehen dürfte diese Tätigkeit relativ gut bezahlt sein.

Ist bei schulärztlichen Diensten (jedenfalls in Berlin) ähnlich. Nahezu ausschließlich Frauen, die irgendwann so gegen 12 Uhr Feierabend machen.

Allerdings sind im Gegenzug die Karrierechancen fast gleich null.

Und was die Schreibkräfte angeht, dürfte es letztlich ähnlich aussehen. Welcher Mann mit halbwegs passablem Bildungsabschluss bewirbt sich auf eien Stelle als Schreibkraft?
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schaller90
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Beiträge: 9


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« Antworten #2 am: 27. Januar 2009, 22:52:08 »

Das kann schon gut sein.
Trotzdem find ich es etwas komisch das man da wo vor allem Männer (zwangs)untersucht werden fast nur Frauen beschäftigt.
Wie das wohl umgekehrt wär? Könnt mir vorstellen das das ein Skandal geben würde.
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alexis
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« Antworten #3 am: 29. April 2009, 13:18:02 »

Du stellst schon genau die richtigen Fragen !

Was im umgekehrten Falle wäre : mit Sicherheit wäre den Damen freigestellt, sich von einer Ärztin untersuchen zu lassen. Und nackt ausziehen vor männlichen Assistenten im Rahmen einer Zwangsuntersuchung würde es niemals geben. Doppelte Moral halt ...

Theorie ? nein, ergibt sich schon aus der Praxis der Untersuchung weiblicher Freiwilliger bei der BW. Die dürfen sich bei ihrem HausGynäkologen/Gynäkologin untersuchen lassen - und dort gibt es zumindest keine männlichen Arzthelfer.

Wie gesagt, doppelte Moral ! 
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svennie
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Beiträge: 6.272


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« Antworten #4 am: 29. April 2009, 13:39:06 »

Doppelte Moral halt ...

Das ganz sicher, das scheint aber ein grundsätzliches Problem mit Reihenuntersuchungen zu sein. Männer bzw. Jungs müssen das aushalten, Frauen bzw. Mädchen sind halt aus Zucker ...

Theorie ? nein, ergibt sich schon aus der Praxis der Untersuchung weiblicher Freiwilliger bei der BW. Die dürfen sich bei ihrem HausGynäkologen/Gynäkologin untersuchen lassen - und dort gibt es zumindest keine männlichen Arzthelfer.

Tja, ich finde das auch irgendwie komisch. Frauen fühlen sich irgendwie in der Ehre verletzt, wenn man dieses Thema anspricht, wie es zum Beispiel hier erfolgt ist:

http://www.med1.de/Forum/Kindermedizin/85811/

Es ist halt rational nicht zu erklären, warum sich freiwillig meldende Frauen besser behandelt werden als Männer, die sich etwas besseres vorstellen können, als Wehrdienst zu leisten. Und weil es rational nicht zu erklären ist, kommen halt irgendwelche emotionalen Begründungen wie "das kann man nicht vergleichen", "die sollen sich nicht so anstellen" oder dergleichen. Auf der anderen Seite will man die Freiwilligen natürlich nicht schon vor dem möglichen Dienstantritt vergraulen.

Das liegt vielleicht wirklich daran, dass sich Männer zu selten beschweren und das Thema Musterung im Nachhinein eher verdrängen.
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schaller90
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« Antworten #5 am: 8. Mai 2009, 18:05:15 »

Das ist einfach wieder die typische Doppelmoral in diesem Land. Junge Wehrpflichtige haben schlicht keine Lobby die sich für ihre Interessen (oder vermeindliche Interessen) einsetzt. Jeder der da irgendwas zu sagen hat hat das ja schon lange hinter sich und so kommt die Frage einfach nicht auf. Müssten alle 65 jährigen zu so einer Zwangsuntersuchung wär da vieles anders. Einfach weil die Entscheidungsträger sich dann plötzlich überlegen wie ihnen das gefallen würde.
Zugegeben, von allen Problemen die ich in meinem Leben habe/hatte ist das sicher das geringste, trotzdem gehts mir da irgendwie ums Prinzip.
Gleiches Recht für Alle.
« Letzte Änderung: 8. Mai 2009, 18:08:15 von schaller90 » Gespeichert
svennie
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« Antworten #6 am: 8. Mai 2009, 19:39:24 »

...Müssten alle 65 jährigen zu so einer Zwangsuntersuchung wär da vieles anders. Einfach weil die Entscheidungsträger sich dann plötzlich überlegen wie ihnen das gefallen würde.

Ich kann jedenfalls aus dem familiären Umfeld bestätigen, dass Feststellungen von Erwerbsminderung durch die Rentenversicherung und Feststellungen von Schwerbehinderungen durchaus nach Aktenlage aufgrund von eingereichten Unterlagen erfolgen, was aber nicht überall so ist In einem anderen Fall ist mir bekannt geworden, dass eine Untersuchung wegen einer Anerkennung als Schwerbehinderung (Mann über 70, fast blind) im Wesentlichen nur erfolgte, um zu sehen, ob er allein erscheint oder von jemandem gebracht wird.

Zugegeben, von allen Problemen die ich in meinem Leben habe/hatte ist das sicher das geringste, trotzdem gehts mir da irgendwie ums Prinzip.
Gleiches Recht für Alle.

Naja, man muss ja auch zugeben, dass das "so gleich" nicht ist: Wehrpflichtige werden "gemustert", junge Damen, die plötzlich ihre Liebe zu Waffen entdeckt haben werden dagegen nur "untersucht".

Nur eines sollte stutzig machen: Die Musterung ist (rechtlich gesehen) eine rein zivile Veranstaltung, die Untersuchung bei Frauen eine militärische. In der Praxis scheint es aber auf die Betroffenen genau andersherum zu wirken.

Und auch ich muss zugeben, dass das Verhalten der Truppenärzte und fast des gesamten übrigen Personals mir gegenüber ehrlicher und freundlicher wirkte. Mal ganz pauschal formuliert hat man sich dahingehend geäußert, dass dort die "Fehler des KWEA" repariert werden und nicht wenige nach Hause geschickt wurden, ganz einfach weil es offensichtlich war, dass sie dort (in die Bundeswehr) nicht hingehören.

Und ich bin mir sicher, hätten die sich als Freiwillige (egal ob Mann oder Frau) beworben, die wären ganz sicher nicht in die engere Wahl gekommen.
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alexis
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« Antworten #7 am: 9. Mai 2009, 10:59:17 »

Das ist einfach wieder die typische Doppelmoral in diesem Land. Junge Wehrpflichtige haben schlicht keine Lobby die sich für ihre Interessen (oder vermeindliche Interessen) einsetzt. Jeder der da irgendwas zu sagen hat hat das ja schon lange hinter sich und so kommt die Frage einfach nicht auf. Müssten alle 65 jährigen zu so einer Zwangsuntersuchung wär da vieles anders. Einfach weil die Entscheidungsträger sich dann plötzlich überlegen wie ihnen das gefallen würde.
Zugegeben, von allen Problemen die ich in meinem Leben habe/hatte ist das sicher das geringste, trotzdem gehts mir da irgendwie ums Prinzip.
Gleiches Recht für Alle.

Ich hatte mich ja zuvor schon klar zu diesem Thema geäussert.

Hochinteressant : auf der Platform ABGEORDNETENWATCH.DE hat jemand einen offenen Brief an den Bundesverteidigungsminister bzgl. dieses Themas gerichtet. Siehe
https://www.abgeordnetenwatch.de/index.php?cmd=650&id=6066
Diehe die Anfrage vom 02.05.2009.

Sicher interessant, ob und was da geantwortet wird. Wenn es Euch interessiert könnt Ihr ja unten im Antwortteil - völlig anonym - Eure EMAIL Adresse hinterlegen und ihr werdet bei Eintreffen einer Antwort automatisch informiert.
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